Der Tisch

Im vergangenen Sommersemester behandelte das GREENLAB, Labor für Nachhaltige Design Strategien der Kunsthochschule Berlin-Weissensee, gemeinsam mit dem Projekt Laurin-Lausitz, das Thema »postcarbon – Design für eine zukunftsfähige Lausitz«. Im Fokus standen Fragen der regionalen Entwicklung und Identität. Gemeinsam mit Essi Glomb (Texildesignerin) und Sandra Stark (Kommunikationsdesignerin) analysierten wir, dass die Region reich an Ressourcen ist, diese aber kaum wahrgenommen und geschätzt werden. Der Kern unserer Arbeit bestand deshalb darin, im Sinne eines »Skills Mapping« das Vorhandene sichtbar zu machen bzw. wieder positiv zu besetzen. In Zusammenarbeit mit lokalen Nahrungsmittelherstellern entwickelten wir ein »Esserlebnis» das Prozesse anstossen und die Menschen dazu aktivieren soll neue Begeisterung für die Region zu entwickeln.

20140702_161518 20140702_161656

Rituale dienen uns als Werkzeug um diese Prozesse in Gang zu setzten. Neuste Forschung zeigt, dass sie unsere Wahrnehmung von dem was wir machen, arbeiten, essen und erleben erhöhen. Dabei ist die persönliche Mitwirkung der eigentliche Treiber dieses positiven Effekts. In anderen Worten: Rituale helfen Menschen sich tiefer involviert zu fühlen, sich auf das Bevorstehende zu fokussieren, was wiederum den wahrgenommenen Wert der Sache oder Tätigkeit erhöht. Diesen entstandenen Fokus nutzen wir, um Menschen auf die Ressourcen und Fähigkeiten ihrer Umgebung aufmerksam zu machen. Anhand von Begegnungen mit regionalen, bekannten und unbekannten Zutaten veranschaulichen wir, dass es sich lohnt, hinzusehen. Dass Identität in kleinen Dingen vorhanden ist. Wir glauben, dass wenn sich Menschen bewusst und spielerisch mit der Nahrung aus der eigenen Region auseinander setzen, sie diese zu schätzen lernen und darüber hinaus eine positive Einstellung zu Ihrer Heimat entwickeln. So definiert sich regionale Identität nicht über Koordinaten, sondern über den Grad an Offenheit, Autonomie und Interesse des Einzelnen. Der Tisch ist zentrales Element des »Esserlebnisses« und wird explizit auf das einzelne Ritual zugeschnitten. Er dient uns auf der einen Seite als konkretes Instrument um Menschen zu involvieren und mit den eigenen Ressourcen in Kontakt zu bringen und auf der anderen Seite als Metapher für die Gemeinschaft und die soziale Interaktion, die wir uns für die Region wünschen.

Advertisements

Categories: Uncategorized

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s